MOZ Report

June 4, 2020

Heute hat der Stadler Erkner Triathlon nicht nur in unserer Triathlon Gemeinde einen fetten Aufschlag gemacht. Die Märkische Oder Zeitung hat sich des Themas angenommen und mit dem Chef Organisator des STADLER Erkner Triathlons und der NIGHT of the JUMPs ein langes Interview geführt. Das Ergebnis ist heute in der Gesamtauflage zu sehen (siehe unten)

 

Die Anmeldung läuft nach wie vor und wir freuen uns auf alle Starter, damit die 4. Auflage des STADLER Erkner Triathlons wieder Maßstäbe setzt. 

 

Anmeldung Hier 

 

Reihenweise sind Sportveranstaltungen in Berlin und dem Umland für den Sommer und auch schon den Herbst aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen und Verbote abgesagt worden. Der Erkner-Stadler-Triathlon wirkt da wie ein Turm in der Brandung: Am 13. September soll die vierte Auflage über die Bühne gehen.

 

Der Wettkampf in der Gerhart-Hauptmann-Stadt im Landkreis Oder-Spree war schon bei seiner Premiere 2017 einer der größten Ausdauer-Dreikämpfe im Osten Deutschlands. Im vergangenen Jahr finishten 736 Triathleten, darunter 176 Frauen, sowie 75 Staffeln über die drei Distanzen. Hinzu kamen am Tag zuvor 73 Kinder und Jugendliche beim Swim & Run sowie 84 Läufer über 3,6 bis 10 Kilometer. Kai Beißer sprach mit Chef-Organisator Marko Manthey über das Festhalten an der Planung für den September und die Unterstützung durch die Stadt Erkner, aber auch über die besonderen Herausforderungen in Pandemie-Zeiten.

 

Herr Manthey, wie groß ist Ihr Optimismus, dass der Erkner-Triathlon tatsächlich stattfinden kann?

Wenn ich nicht daran glaube würde, hätten wir ja wie alle anderen längst abgesagt. Bis zum 31. August gilt das Verbot für sportliche Großveranstaltungen. Wenn es nicht verlängert wird, haben wir zwei Wochen Zeit, um unsere Vorbereitungen zu Ende zu bringen.

 

Wie ist denn der Stand?

Das Wichtigste ist: Die Stadt will! Die Signale beim jüngsten Treffen im Rathaus waren eindeutig. Auch unsere Sponsoren und alle sonstigen Partner stehen voll dahinter und sagen: „Macht!“. Wir haben den Kopf nicht in den Sand gesteckt, wissen aber natürlich um das Risiko, dass wir quasi „All in“ gehen.

 

Es wird aber in jedem Fall Besonderheiten geben. Business as usual funktioniert derzeit nicht ...

Es gibt ein Hygienekonzept, eine Empfehlung der Deutschen Triathlon Union. Wir werden adaptieren, was für uns sinnvoll ist, zum Beispiel die Wechselzone im Stadion noch weitläufiger und großzügiger gestalten. Und es wird keine direkte Wettkampfbesprechung vor Ort geben. Diese erfolgt digital, so dass sie sich jeder vorher im Netz ansehen kann.

 

Ist dies nicht ohnehin besser und wäre auch eine Variante für Nach-Corona-Zeiten?

Ja, durchaus, vieles lässt sich so tatsächlich besser darstellen: der Streckenverlauf, der verbotene Windschattenbereich beim Radfahren, die Drei-Runden-Regelung für die Mitteldistanz – da gab es zuletzt immer wieder Missverständnisse. Und auch unsere Sponsoren können sich in einem solchen Erklär-Video besser präsentieren.

 

Ist auch an rollende Starts gedacht?

Gedacht ja, wir müssen aber noch mit unseren Zeitnehmern von Berlin-Timing reden, inwieweit das technisch umsetzbar ist. Und: Für mich persönlich gehört der Massenstart zum Triathlon dazu, das Reinrennen, die Wasserschlacht auf den ersten Metern, ehe man in seinen Flow kommt ...

 

Und der zeitliche Ablauf der Wettkämpfe?

Vielleicht kommt es zu Verschiebungen innerhalb des Wochenendes, unter Umständen werden wir einen der Wettbewerbe auf den Sonnabend legen müssen. Das hängt davon ab, ob es möglicherweise Teilnehmerbeschränkungen geben wird.

 

Wie ist denn der Anmeldestand?

Wir lagen zum Zeitpunkt des Corona-Beginn bei 30 Prozent über dem Vorjahresstand. Danach gab es natürlich einen Einbruch, aber die Zahlen steigen wieder an. Am Meldeschluss 15. August müssen wir derweil festhalten. Wir können nicht bis zum letzten Tag warten, egal, ob Zu- oder Absage. Die Finisher-Medaillen bekommen übrigens vorsichtshalber keine Jahreszahl, aber dafür haben die Athleten hoffentlich Verständnis.

 

Wie ist es um die Helfer bestellt?

Da stehen wir noch ganz am Anfang, hoffen aber natürlich auf viele „Wiederholungstäter“. Ich kann aber verstehen, dass viele Ältere, die sich ehrenamtlich engagieren, aber zur Risikogruppe gehören, derzeit noch zurückhaltend sind. Und mit den Schulen, aus denen es immer unzählige Helfer gab, hatten wir noch keine Kontakt. Die haben derzeit einfach andere Sorgen.

 

Wie steht es um andere organisatorische Dinge wie etwa verkehrsrechtliche Genehmigungen?

Nachdem wir das „Go“ von der Stadt haben, gehen die finalen Anträge spätestens in der nächsten Woche raus.

 

Im vergangenen Jahr gab einige Probleme und etliche Beschwerden von Anwohnern, die nicht aus der Stadt rauskamen ...

Da hat es ein paar Missverständnisse und Last Minute Änderungen durch die Polizei gegeben, die uns Leid getan haben. Selbstverständlich werden wir wieder aus unseren Fehlern lernen besser informieren und versuchen die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. Wir werden die Erkneraner in der ersten September-Woche informieren, wenn wir die dann gültigen Corona Regelungen kennen. Am besten ist immer noch: Ran an die Strecke und die Sportler anfeuern! - natürlich mit Abstand.

 

Der Erkner-Triathlon war immer auch für seine Aktionen vor dem eigentlich Wettkampf bekannt. Wie steht es um diese Angebote?

Wenn es nach dem 5. Juni hoffentlich weitere Lockerungen gibt, wird der wöchentliche Lauftreff wieder starten. Zusammen mit der Sparkasse wollen wir erneut die Rad-Ausfahrten am Sonntag anbieten, und von der AOK gibt es die Zusage, dass es auch das Schwimmtraining wieder geben soll. Über die Termine werden wir zeitnah informieren.

 

Dass klingt tatsächlich alles recht optimistisch. Angst vor Rückschlägen haben Sie keine?

Natürlich muss man Abwarten, wie sich das Ganze entwickelt, auch in den Köpfen der Leute. Bisher sind wir gesundheitlich ja noch ziemlich glimpflich davongekommen – von der wirtschaftlichen Lage will ich da mal nicht reden.

 

Apropos: Als Veranstalter von NIGHT of the JUMPs muss Sie der Lockdown doch hart getroffen haben. Berlin war im Februar die erste und einzige Veranstaltung in diesem Jahr, danach ging nichts mehr.

Ja, das nächste Event hätte Ende April in München stattfinden sollen, danach Basel in der Schweiz und 2 weitere internationale Events waren ebenfalls kurz vor dem Abschluss. Aber von einen Tag auf den anderen war alles tot – für sind quasi mit Vollgas gegen eine Wand gefahren.

 

Wie geht es weiter?

Nächster Termin wäre der 5. September in Basel, aber realistisch ist dieser sicher nicht zu halten. Dann sollte es am 10. Oktober in der Kölner Lanxess-Arena weitergehen, München ist auf den 1. November verschoben – wir werden sehen.

 

Es ist die 20. Saison von NIGHT of the JUMPs ...

Ja, das Jubiläums-Jahr habe ich mir ein bisschen anders vorgestellt!

 

Halten Sie Kontakt zu den Fahrern?

Natürlich. Die Motocrosser aus Italien – und das sind nun wirklich wilde Typen – haben uns bereits Anfang März angerufen und gesagt „Leute, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie beschissen die Situation hier ist.“ Spätestens das ist wirklich ein Alarmzeichen, da merkt man, wie ernst die Lage ist". Wir haben auch Kontakt nach China, sprechen mit unseren Partnern dort und informieren uns quasi weltweit aus erster Hand, wie sich die Situation entwickelt. Vor eineinhalb Jahren waren wir mit unserem Event noch in Wuhan!

 

In Erkner sind Sie auch Mit-Betreiber der Badebar am Dämeritzsee, ganz in der Nähe des Sportzentrums, mitsamt SUP Board  (STAND UP PADDELING) -Ausleihe. Warum Stand Up Paddling?

Wir wollten nicht der 500. Kanu-Verleih sein. Wer paddelt, will meist mehr unter sich sein. SUP ist ein Trend, super gesund, die Leute sind sehr offen paddeln gemeinsam und sind auch einer guten Party gegenüber nicht abgeneigt. Also perfekt für uns!

 

Mittlerweile gibt es sogar Wettkämpfe – Course Race, Kurzstrecke und Long Distance. Es gibt 87 Vereine unter dem Dach des Kanuverbandes, die deutschen Meisterschaften sollen Ende August in Radolfzell am Bodensee stattfinden und sind noch nicht abgesagt. Gibt es auch Pläne, in Erkner Wettbewerbe auszurichten?

 

Ja, die Idee gab es, die Naish-Cup-Serie hier herzuholen, aber solche Events stehen derzeit in den Sternen.

 

Dafür gibt es schon wieder einen neuen Trend?

Ja, Hydrofoil. Eine Tragfläche unter dem Board sorgt dafür, dass sich dieses bei entsprechender Geschwindigkeit quasi aus dem Wasser hebt. Man nutzt ein aufblasbares Segel. Ein bisschen wie Surfen ohne Mast, und das Brett scheint über das Wasser zu fliegen.

 

Das Interview führte Kai Beisser / MOZ Sport

 

 

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